Wahre Kultivierung

Schüler, Ihr wahren Kultivierenden! Was ich euch gelehrt habe, ist das Fa für die Kultivierung zum Dao oder zum Buddha. Aber ihr beschwert euch bei mir über euren Verlust von persönlichen Interessen unter den gewöhnlichen Menschen, ihr seid aber nicht bekümmert darüber, daß ihr noch nicht den Eigensinn gewöhnlicher Menschen ablegen könnt. Kann man das wirklich Kultivierung nennen? Ob man auf den Eigensinn der gewöhnlichen Menschen verzichten kann, ist der Paß des Todes, um den gewöhnlichen Menschen zu überschreiten. Jeder echte Kultivierende muß diesen Paß überwinden. Das ist die Grenze zwischen einem Kultivierenden und einem gewöhnlichen Menschen.

Wenn ihr bekümmert seid wegen des Schadens an Ruhm, persönlichen Interessen und Leidenschaft unter den gewöhnlichen Menschen, bedeutet das eigentlich schon, daß ihr auf den Eigensinn eines gewöhnlichen Menschen nicht verzichten könnt. Ihr sollt euch merken, daß die Kultivierung selbst gar nicht schwierig ist. Das Entscheidende daran ist, daß man den Eigensinn eines gewöhnlichen Menschen nicht aufgeben kann. Wenn ihr auf den Ruhm, die persönlichen Interessen und die Leidenschaft verzichtet, werdet ihr merken, daß es schwer ist.

Ihr seid von der heiligen und unvergleichlich schönen Welt heruntergefallen, weil ihr auf jener Ebene Eigensinn hattet. Ihr seid in die in Vergleich zu anderen Welten schmutzigste Welt hineingefallen, wollt euch aber nicht schnell zurückkultivieren, und haltet das Schmutzige in der schmutzigen Welt noch fest. Es tut euch noch so weh, wenn ihr davon ein bißchen verliert. Wißt ihr eigentlich, daß ein Buddha unter den gewöhnlichen Menschen gebettelt hat, nur um euch zu erlösen? Ich öffne heute wieder ein großes Tor, und gebe euch das Dafa weiter, um euch zu erlösen. Ich habe mich nicht bitter gefühlt, weil ich dadurch Unzähliges erleiden mußte. Was gibt es denn noch, worauf ihr nicht verzichten könnt? Könnt ihr das, was ihr nicht aufgeben könnt, in die Himmelsreiche mitnehmen?

Li Hongzhi
22.05.1995